Feldhecken richtig pflegen: Lebensadern der Kulturlandschaft
Feldhecken an Wegrainen und Ackerrändern sind hocheffiziente, lebendige Ökosysteme. Sie bieten der Wildkatze Deckung, dienen Vögeln als Nistplatz und bremsen bei Starkregen das Oberflächenwasser. Damit eine Hecke jedoch nicht vergreist oder lückenhaft wird, braucht sie eine regelmäßige, fachgerechte Pflege nach dem Prinzip: Erhalt durch Verjüngung.
Der richtige Rhythmus: Auf den Stock setzen
Feldhecken sollten nicht wie Gartenhecken jährlich akkurat mit der Heckenschere gestutzt werden. Das Ziel im Naturschutz ist das abschnittsweise „Auf den Stock setzen“ (Radikalschnitt dicht über dem Boden).
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Das Prinzip der Abschnitte (Turnuspflege): Eine Hecke wird niemals auf ganzer Länge auf einmal zurückgeschnitten. Optimal ist es, alle 3 bis 5 Jahre nur ein Drittel oder maximal die Hälfte der Hecke zu pflegen. Dadurch bleiben immer ausreichend dichte Rückzugsräume für die Tierwelt erhalten.
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Der Verjüngungseffekt: Der radikale Schnitt regt die Gehölze (wie Schlehe, Weißdorn oder Hasel) zu einem kräftigen Neuaustrieb aus der Wurzel an. Die Hecke wird von unten her wieder richtig dicht und buschig.
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Vergreisung verhindern: Ohne diesen Schnitt wachsen die Sträucher zu baumartigen Strukturen heran. Die Hecke „vergreist“, bricht unten durch Lichtmangel auf und verliert ihre wichtige Schutz- und Deckungsfunktion für bodenlebende Tiere.
Der gesetzliche Zeitrahmen: Rücksicht auf die Brutzeit
Die Heckenpflege ist streng an die gesetzlichen Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes gebunden:
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Zulässiger Zeitraum: Radikale Schnittmaßnahmen und das Auf den Stock setzen sind nur im Winterhalbjahr vom 1. Oktober bis zum 28. Februar erlaubt.
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Schonzeit (1. März bis 30. September): In dieser Zeit gilt ein absolutes Schnittverbot, um nistende Vögel, Säugetiere und Insekten während der Brut- und Aufzuchtphase nicht zu stören.
Wichtig für die Praxis: Das Material schonend verwerten
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Totholz belassen: Ein Teil des Schnittguts sollte als Totholzstapel oder Benjeshecke direkt an Ort und Stelle verbleiben. Es dient Igeln, Erdkröten und nützlichen Insekten als wertvolles Winterquartier und ganzjähriger Lebensraum.
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Schonendes Werkzeug: Beim Einsatz von Maschinen sind schneidende Werkzeuge (wie Astscheren oder Kreissägen) den schlagenden Werkzeugen (wie Mulchern) immer vorzuziehen, da sie saubere Schnitte hinterlassen und die Gehölze nicht splittern oder pilzanfällig werden lassen.

